Kritische Debatte zu Culturescapes Israel

Das von Kulturinstitutionen und Behörden subventionierte Kulturfestival Culturescapes thematisiert seit 2003 jedes Jahr ein anderes Land. 2011 ist das Festival Israel gewidmet – auf Anfrage des israelischen Botschafters in der Schweiz. Dank der öffentlichen Unterstützung gut dotiert, bietet das Festival der israelischen Regierung die gewünschte Plattform für ihre Imagepolitur. Sie versucht, das schmeichelhafte Bild von Israel als einem Land zu vermitteln, in dem sich das künstlerische Schaffen frei entfalten kann und selbst regierungskritische KünstlerInnen unterstützt werden. Der Staat Israel investiert bedeutende Beträge in die Förderung kultureller Produktionen, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von seiner unterdrückerischen Politik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung abzulenken. So wurden beispielsweise nach dem tödlichen Angriff auf den Gazastreifen 2009 Treffen mit Intellektuellen und Schriftstellern sowie Theatertourneen organisiert und Ausstellungen gezeigt – mit dem deklarierten Ziel, ein "freundlicheres Bild" von Israel zu zeigen, damit das Land weniger mit Krieg assoziiert wird. Der Minister für auswärtige Angelegenheiten, Avigor Lieberman, drohte kürzlich gewissen israelischen KünstlerInnen, ihnen die Subventionen für Tourneen zu streichen, wenn sie die ihnen zugewiesene Rolle als Botschafter Israels nicht gefügig genug erfüllen.

Um das Festival Culturescapes hat sich nun eine kontroverse Debatte entzündet, die sich nicht um die Frage nach künstlerischen Positionen oder nach der Qualität künstlerischer Aussagen, sondern um die Kulturförderung durch den Staat Israel und um Culturescapes als Institution und Rahmen dreht.

Das Forum für Menschenrechte in Israel/Palästina veranstaltet in Basel, Bern und Zürich je eine Diskussionsveranstaltung zum Thema, an der sich Kulturschaffende aus Israel/Palästina und der Schweiz sowie VertreterInnen von Schweizer Kulturinstitutionen beteiligen. Die Gespräche drehen sich um die Instrumentalisierungsgefahr kultureller Äusserungen im Rahmen von Länderfestivals wie Culturescapes und um Praktiken gegen die Vereinnahmung durch eine Regierung, die sich um Menschenrechte und Internationales Recht foutiert.

Basel: 13. September 2011, 20 Uhr, Union (Fr. 10.-)
Zürich: 20. September 2011, 20 Uhr, Rote Fabrik
Bern: 21. September 2011, 18 Uhr, Dampfzentrale

> Flyer und weitere Informationen zum Detailprogramm
> Informationen zum Thema auf der BDS-Webseite

05.09.2011 20:36 Alter: 6 Jahre